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RED DEVILS: Missglückte Revanche gegen Witten

Der Heimkampf am Samstagabend gegen den KSV Witten hätte die Revanche für die zum Saisonbeginn erlittene Niederlage werden sollen – doch am Ende standen die RED DEVILS Heilbronn erneut mit leeren Händen da. Vor 600 Zuschauern unterlagen Sie den Westfalen mit 13:15 und verloren dabei nicht nur die Punkte, sondern auch die Tabellenführung an den ASV Mainz 88.

 

„Das wird heute sehr eng. Wir stehen nicht viel besser als damals zum Saisonstart. Valentin Lupu hat sein Gewicht von 57 Kilogramm nicht bringen können, deshalb muss der junge Konstantin Schmidt einspringen.“ Tiefe Sorgenfalten standen vor dem Beginn auf der Stirn von Andrei Puscas, und der Headcoach sollte Recht behalten.

 

Der erst 16-Jährige Konstantin Schmidt zog sich eine Minute lang gegen den erfahrenen Arthur Eisenkrein sehr achtbar aus der Affäre, mit der ersten angeordneten Bodenlage wegen Passivität war dann aber Schluss. Eisenkrein ließ den Nachwuchsmann nicht mehr aus seinen Fängen gleiten und holte nach 1:35 Minuten durch Technische Überlegenheit die ersten vier Punkte für die Gäste.

 

Auch Stefan Kehrer musste im Freistil bis 130 Kilogramm gegen Imants Lagodskis zwei Punkte zum 0:6 abgeben. Er unterlag dem Letten mit 0:3 Wertungspunkten.

 

Erst als im dritten Kampf des Abends Levan Metreveli gegen Ramzan Awtaew antrat, konnten die RED DEVILS etwas Zählbares auf der Haben-Seite verbuchen. Doch der Routinier hatte gegen den Zehnten der Junioren-Europameisterschaft mehr Mühe als erwartet und konnte bei seinem 4:2-Sieg nur einen Punkt holen.

 

Mit einer unglaublichen Willensleistung konnte im Anschluss auch Bogdan Eismont seinen Kampf gewinnen. Der 36-Jährige kämpfte gegen Simeon Stankovich bis zum Umfallen und holte einen von den Zuschauern lautstark bejubelten 2:1-Sieg zum Zwischenstand von 2:6.

 

Im letzten Kampf vor der Pause brachte Dustin Scherf die Gastgeber mit einem 11:0-Punktsieg gegen Gensche Gereev auf 5:6 heran, ärgerte sich am Ende aber darüber, dass er den Kampf nicht vorzeitig beenden und vier statt nur drei Punkte holen konnte.

 

Nach der Pause feierte dann Taimuraz Friev, der zum Beginn des Kampfabends für seine Bronzemedaille bei der Weltmeisterschaft in Budapest geehrt worden war, sein Saisondebut. Gegen Ufuk Canli agierte der Spanier gewohnt kompromisslos und stand nach 4.32 Minuten als Überlegenheitssieger fest. Erstmals konnten die RED DEVILS durch seine vier Zähler in Führung gehen – es stand 9:6.

 

Spätestens nachdem dann George Bucur – auch er war zusammen mit Eduard Popp für seinen fünften WM-Platz geehrt worden – ebenfalls mit Technischer Überlegenheit gegen Alexander Storck gewonnen hatte und die RED DEVILS mit 13:6 in Führung lagen, war bei den Fans die Hoffnung aufgekeimt, dass es an diesem Abend doch noch zu einem Sieg reichen könnte.

 

Dieser Hoffnungsschimmer war aber recht schnell wieder verblasst, als der Europameisterschafts-Dritte Daniel Aleksandrov Marius Braun in knapp vier Minuten „zerlegte“ und sein Team wieder auf 13:10 heran brachte – zumal im nächsten Kampf Fabian Fritz mit Ilie Cojocari einen weiteren Weltklassemann zum Gegner hatte. Doch obwohl der 29-Jährige gegen den WM-Dritten von 2016 nach 1.38 Minuten schon mit 0:5 zurückgelegen war, konnte Fritz mit einer bravourösen Leistung in den letzten Sekunden noch aus einem 0:6 ein 4:6 machen, wodurch der Rumäne in Wittener Diensten nur einen Punkt zugeschrieben bekam. „Ich wollte dem Gegner nichts schenken und habe alles gegeben. Es freut mich, dass es mir gelungen ist, am Ende noch die vier Wertungspunkte zu bekommen – aber leider hat es nichts gebracht“, so Fabian Fritz.

 

Mit dem Stand von 13:11 ging es in den letzten Kampf des Abends. Christian Fetzer, eigentlich im Griechisch-Römischen Stil in der Gewichtsklasse bis 71 Kilogramm zuhause, musste im für ihn ungewohnten Freistil in der 75-kg-Klasse gegen den Serben Ibro Cakovic ran – und stand gegen den Wittener auf verlorenem Posten. Schon nach wenigen Sekunden bekam Cakovic den Herbrechtinger in der Beinschraube zu packen. Fetzer stemmte sich mit allen Mitteln gegen die Niederlage, kam jedoch aus dieser misslichen Lage nicht mehr heraus und musste sich nach nur 74 Sekunden geschlagen geben. Der KSV Witten bekam vier weitere Punkte zugesprochen und durfte sich über einen 15:13-Sieg freuen.

 

„Wir können der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Alle haben super gekämpft, wobei ich besonders Bogdan Eismont hervorheben möchte, bei dem wir nicht unbedingt mit einem Sieg gerechnet hatten“, sagte RED DEVILS-Chef Jens Petzold nach dem Kampf. „Die Niederlage ist natürlich bitter, aber wir wussten, dass sie hinten raus noch sehr starke Leute haben, die gut punkten können. Insofern kam die Niederlage nicht überraschend und sie geht auch in Ordnung.“

 

Da der ASV Mainz 88 parallel mit 19:10 in Nackenheim gewonnen hat, mussten die RED DEVILS die Tabellenführung erneut an die Rheinland-Pfälzer abgeben. Damit kommt es am kommenden Samstag in Mainz zum absoluten Spitzenkampf, wenn die RED DEVILS versuchen werden, Platz eins direkt wieder zurück zu erobern.