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RED DEVILS: 15:10-Sieg in ausverkaufter Halle

Mit einem 15:10-Sieg im Halbfinal-Hinkampf gegen den ASV Mainz 88 konnten die RED DEVILS Heilbronn am Samstagabend die Tür in Richtung Finalteilnahme um die Deutsche Meisterschaft ein gutes Stück weit aufstoßen.

 

Eine solche Kulisse wie bei diesem Halbfinale hatte die Römerhalle bis dato noch nicht gesehen. 1500 begeisterte Zuschauer füllten die zur Arena umgebaute Halle bis auf den letzten Platz aus, die Stimmung war fantastisch – und am Ende stimmte für die meisten Fans auch das Ergebnis.

 

Von Beginn an wurde deutlich, dass die Zeiten der vielen Technischen Überlegenheiten und Kantersiege jetzt im Halbfinale endgültig vorbei sind. Im ersten Kampf des abends musste im Türkischen Duell Bekir Sahin seinem erfahrenen Landsmann Ahmet Peker mit 7:3 den Vortritt lassen, doch Eduard Popp glich den 0:2-Rückstand postwendend aus. Im Duell mit seinem letztjährigen Teamkollegen Etka Sever tat sich der Olympia-Fünfte viereinhalb Minuten lang schwer, ehe er aus einem 1:1 einen 6:1-Punktesieg machte.

 

In einem weiteren offenen und an Spannung kaum zu überbietenden Kampf beharkten sich im Greco bis 61 Kilogramm Dustin Scherf und Ilir Sefaj sechs Minuten lang, ehe der Mainzer am Ende als 2:1-Punktsieger feststand. Alle drei Punkte waren durch Passivitätsstrafen zustande gekommen…

 

Für den vierten Kampf des Abends ging die sportliche Leitung der RED DEVILS volles Risiko, indem sie 86-Kilo-Mann Taimuraz Friev im Freistil bis 98 Kilogramm gegen Wladimir Remel aufstellte. Auch gegen den über 10 kg schwereren Mainzer schien der WM-Dritte in sich selbst zu ruhen, um dann jeweils im richtigen Moment zu explodieren und gegen den schwerfälligeren Gegner die Punkte zum 6:2-Sieg zu machen. Nach sechs Minuten zeigte „Taimu“ dann aber doch ungewohnte Emotionen. Der Spanier riss die Arme hoch und ließ sich für seine beiden Mannschaftspunkte feiern.

 

Punktegarant George Bucur sorgte mit einem 7:1-Sieg gegen Niklas Dorn für einen halbwegs beruhigenden 6:3-Pausenvorsprung.

 

Dieser war auch nötig, bekam es doch Marius Braun nach der Pause gleich mit dem EM-Dritten von 2016 Tadeusz Michalik zu tun. Lange hielt der Holzgerlinger gegen den übermächtigen Polen dagegen, und beinahe hätte er es sogar geschafft, die vollen vier Punkte für Mainz zu vermeiden – doch am Ende fehlten ihm 19 Sekunden. Michalik gewann durch Technische Überlegenheit und brachte die Gäste wieder mit 7:6 in Führung.

 

Christian Fetzer gegen Yasin Yeter lautete das nächste Duell, und hätte man die Ergebnisse der vergangenen Duelle der beiden Kämpfer zurate gezogen, wäre eine Niederlage des RED DEVILS vorprogrammiert gewesen. Doch diesmal schaffte es Christian Fetzer, seinen Angstgegner zu knacken. „Ich konnte gegen Yeter noch nie gewinnen. Haute habe ich meine Taktik umgestellt und mich richtig auf ihn eingestellt. Ich wollte einfach beweisen, dass ich ihn schlagen kann, und mir ist ein großer Stein vom Herzen gefallen, dass es geklappt hat“. Fetzer holte einen 3:0-Punktsieg, den er mit einem Handstand-Überschlag ausgelassen feierte – sehr zur Freude der Fans, die diese kleine Showeinlage gebührend bejubelten.

 

Endgültig wurden die Weichen dann beim Kampf von Oleg Motsalin gegen Ahmet Bekir auf einen RED DEVILS Sieg gestellt. Motsalin tat sich über weite Strecken sehr schwer, bekam am Ende aber statt der erwarteten zwei Mannschaftspunkte gleich vier Zähler gut geschrieben. Gleich dreimal war Bekir wegen Mattenflucht verwarnt worden – die dritte Verwarnung nach 5:40 Minuten beim Stand von 4:0 bedeutete die Disqualifikation des Mainzers und gleichzeitig vier Punkte für Oleg Motsalin zum 12:7.

 

Doch der ASV Mainz hatte mit Timur Bizhoev noch ein ganz heißes Eisen im Feuer. Im Kampf gegen seinen Landsmann Kamal Malikov überzeugte der Russe auf ganzer Linie. War Malikov im ersten Duell der beiden während der Hauptrunde mit 2:3 nur knapp unterlegen, musste er diesmal ein deutliches 0:9 hinnehmen, durch das Mainz auf 12:10 verkürzen konnte.

 

Im letzten Kampf des Abends holte Weltmeister Frank Stäbler, der in den letzten Tagen noch durch eine starke Erkältung ausgeknockt worden war, einen 14:0-Punktsieg gegen Ruhullah Gürler, der den RED DEVILS weitere drei Punkte zum 15:10-Endstand bescherte.

 

„Das 15:10 ist schon mal ein gutes Polster, aber das heißt noch gar nichts“, sagte RED DEVILS Headcoach Andrei Puscas bei der anschließenden Pressekonferenz. „Das kann sich ganz schnell wieder in die andere Richtung drehen. Wir werden aber mit dem stärkstmöglichen Team antreten, damit wir auch am nächsten Samstag erfolgreich sind und unser Ziel, den Einzug ins Finale, in Erfüllung gehen lassen.“

 

Geflasht von der Stimmung in der Halle zeigte sich Lokalmatador Eduard Popp nach dem denkwürdigen Kampfabend: „Es ist einfach genial, so etwas an dem Ort erleben zu dürfen, an dem man aufgewachsen ist. Das ist etwas, was ich erst richtig verarbeiten muss, um es zu realisieren. Dass hier im Verein so etwas entsteht, war in meiner Jugend lange nicht denkbar. Es ist extrem schön, ein Teil davon zu sein.“

 

Jetzt bleiben den Verantwortlichen sechs Tage, um im Aufstellungspoker die Optionen zu finden, die für den Rückkampf am kommenden Samstag in Mainz den größtmöglichen Erfolg versprechen.

 

Foto: 1.500 Zuschauer – das hatte die Römerhalle in Neckargartach zuvor noch nie erlebt. (Bild: Marcel Tschamke)